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Programm / Programm / Mensch und Gesellschaft / Philosophie und Religion
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Kurs abgeschlossen vhs.wissen live: Anspruch auf heiligen Boden (C10216)

Mi. 28.04.2021 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Joseph Croitoru

Anspruch auf heiligen Boden: Der israelisch-palästinensische Konflikt um den Tempelberg
Dr. Joseph Croitoru

Auf dem Tempelberg stand einst der jüdische Tempel, der von Babyloniern und nach seiner Wiedererrichtung von den Römern zerstört wurde. Später errichteten dort die Muslime zwei Moscheen, der Ort wurde zum drittwichtigsten Heiligtum des Islam. Unter der islamischen Herrschaft war es den Juden " anders als in byzantinischer Zeit " erlaubt, an der Klagemauer zu beten. Um die damit verbundenen Auflagen entzündete sich in spätosmanischer Zeit ein Streit, der unter der britischen Mandatsherrschaft eskalierte. Schon damals kam es zu Gewalt von arabischer Seite, wo Mufti al-Husseini das Gerücht verbreitete, die Juden beabsichtigten, die Moscheen zu zerstören, um ihren Tempel wieder zu errichten. Für religiöse Juden war das Betreten des Tempelbergplateaus lange tabu. Nun aber pilgern sie in immer größerer Zahl auf den Berg und fordern, auf dem Moscheen Areal beten und sogar eine Synagoge bauen zu dürfen. Die Palästinenser fühlen sich zunehmend provoziert, zumal die jüdischen Eiferer durch ranghohe rechtsgerichtete israelische Politiker unterstützt werden. Auf den palästinensischen Widerstand reagiert Israel mit immer rigiderer Kontrolle.

Dr. Joseph Croitoru ist Historiker und Journalist. Lange Autor der Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Neuen Zürcher Zeitung mit den Schwerpunkten Nahost und Osteuropa, schreibt er nun u.a. für Spiegel, die Süddeutsche Zeitung und die taz.
Im Februar 2021 erscheint bei C.H. Beck das Buch "Al-Aqsa oder Tempelberg. Der ewige Kampf um Jerusalems heilige Stätten".

Nach Anmeldung verschicken wir vor der Veranstaltung einen Zugangslink per Email. Einmalig ist dazu der kostenlose Download von https://zoom.us erforderlich. Die Anmeldung ist bis 24 Stunden vor Veranstaltungsbeginn möglich.

Kurs abgeschlossen vhs.wissen live: Grausamkeit, Gottesfurcht und Verzweiflung (C11205)

Mi. 21.04.2021 19:30 - 21:00 Uhr
Dozentin: Prof. Stollberg-Rilinger

Friedrich Wilhelm I. von Preußen, der "Soldatenkönig“" (1688-1740), traumatisierte seinen Sohn, verprügelte seine Töchter, demütigte seine Beamten, verabscheute die Gelehrten, verachtete den Adel, verspottete die Frauen, war legendär geizig und detailversessen, rauchte, trank, fluchte und tobte, hielt aber peinlich auf Sauberkeit, Drill und strengste Frömmigkeit. Mit seinem bizarren Verhalten desavouierte er sämtliche Normen und Werte seiner Zeit. Im preußisch-deutschen Nationalmythos des 19. und 20. Jahrhunderts gilt er dagegen, für manche noch heute, als "Erzieher des deutschen Volkes zum Preußentum". Im Vortrag wird zwei Fragen nachgegangen: erstens, wie die Betroffenen damals mit dem Tyrannen umgingen, und zweitens, wie der extreme Deutungswandel zu erklären ist

Prof. Stollberg-Rilinger ist Historikerin und Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Sie ist vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Nach Anmeldung verschicken wir vor der Veranstaltung einen Zugangslink per Email. Einmalig ist dazu der kostenlose Download von https://zoom.us erforderlich. Die Anmeldung ist bis 24 Stunden vor Veranstaltungsbeginn möglich.

Kurs abgeschlossen Jüdisches Selbstverständnis im Wandel der Zeit - vhs@home (C13020)

Di. 04.05.2021 18:00 - 20:15 Uhr
Dozentin: Sabine Plaumann-Wulfert

Jüdisches Leben wird in der deutschen Gesellschaft häufig immer noch mit Zurückhaltung betrachtet. Meist liegen die Ursachen dafür in einem zu geringen Einblick, wodurch und von welcher Vielfalt gerade auch modernes jüdisches Selbstverständnis geprägt ist.

Inwieweit nehmen äußere Bedingungen wie Alter, Geschlecht, Bildung, Biografie oder auch der Lebensort einen verändernden Einfluss auf Bereiche wie die Rolle von Frau und Mann, das System Familie, die Form der Glaubenspraktiken von liberal bis orthodox ein?
Was bedeutet "modernes" Judentum? Ist es möglich sich als jüdisch zu verstehen ohne den Glauben zu praktizieren? Wie drücken sich Veränderungen im jüdischen Selbstverständnis auch jüngerer Generationen in Kunst, Kultur und gesellschaftspolitischer Positionierung aus?

Diese Veranstaltung versteht sich nicht als reine Wissensvermittlung, sondern als Begleitungsangebot, sich für Denk- und Lebensweisen auch jenseits der eigenen Lebenswelt zu öffnen.
Lassen Sie sich dazu verführen Neues zu entdecken!

Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit eines direkten Austausches mit der Referentin.

Anmeldung möglich vhs.wissen live: Von Glanz und Elend des aufrechten Ganges (C13200)

Do. 17.06.2021 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Kurt Bayertz

Was macht den Menschen zum Menschen? Was erhebt ihn - im wahrsten Sinne des Wortes - über alle anderen Lebewesen? Eine gängige Antwort lautet seit der Antike "der aufrechte Gang". In dem Vortrag wird die Denkfigur des "aufrechten Ganges" vorgestellt, die seit der Antike die Geistesgeschichte geprägt hat. Die Körperhaltung bestimmt stark das menschliche Selbstbild und findet in der Politik bis heute ihren Ausdruck im "aufrechten" Menschen als Metapher und Symbol für ein würdiges Leben.

Kurt Bayertz ist emeritierter Professor für Praktische Philosophie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sein Buch »Der aufrechte Gang. Eine Geschichte des anthropologischen Denkens« wurde 2013 mit dem Tractatus-Preis für philosophische Essayistik ausgezeichnet.

Nach Anmeldung verschicken wir vor der Veranstaltung einen Zugangslink per Email. Einmalig ist dazu der kostenlose Download von https://zoom.us erforderlich. Die Anmeldung ist bis 24 Stunden vor Veranstaltungsbeginn möglich.