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Programm / Programm / Mensch und Gesellschaft / Philosophie und Religion
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Anspruch auf heiligen Boden: Der israelisch-palästinensische Konflikt um den Tempelberg
Dr. Joseph Croitoru

Auf dem Tempelberg stand einst der jüdische Tempel, der von Babyloniern und nach seiner Wiedererrichtung von den Römern zerstört wurde. Später errichteten dort die Muslime zwei Moscheen, der Ort wurde zum drittwichtigsten Heiligtum des Islam. Unter der islamischen Herrschaft war es den Juden " anders als in byzantinischer Zeit " erlaubt, an der Klagemauer zu beten. Um die damit verbundenen Auflagen entzündete sich in spätosmanischer Zeit ein Streit, der unter der britischen Mandatsherrschaft eskalierte. Schon damals kam es zu Gewalt von arabischer Seite, wo Mufti al-Husseini das Gerücht verbreitete, die Juden beabsichtigten, die Moscheen zu zerstören, um ihren Tempel wieder zu errichten. Für religiöse Juden war das Betreten des Tempelbergplateaus lange tabu. Nun aber pilgern sie in immer größerer Zahl auf den Berg und fordern, auf dem Moscheen Areal beten und sogar eine Synagoge bauen zu dürfen. Die Palästinenser fühlen sich zunehmend provoziert, zumal die jüdischen Eiferer durch ranghohe rechtsgerichtete israelische Politiker unterstützt werden. Auf den palästinensischen Widerstand reagiert Israel mit immer rigiderer Kontrolle.

Dr. Joseph Croitoru ist Historiker und Journalist. Lange Autor der Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Neuen Zürcher Zeitung mit den Schwerpunkten Nahost und Osteuropa, schreibt er nun u.a. für Spiegel, die Süddeutsche Zeitung und die taz.
Im Februar 2021 erscheint bei C.H. Beck das Buch "Al-Aqsa oder Tempelberg. Der ewige Kampf um Jerusalems heilige Stätten".

Nach Anmeldung verschicken wir vor der Veranstaltung einen Zugangslink per Email. Einmalig ist dazu der kostenlose Download von https://zoom.us erforderlich. Die Anmeldung ist bis 24 Stunden vor Veranstaltungsbeginn möglich.

Kurs abgeschlossen vhs.wissen live: Das Zeitalter des Glaubens (C11200)

Do. 10.12.2020 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Prof. Jan Assmann

Jan Assmann ist Professor em. für Ägyptologie an der Universität Heidelberg und Professor für allgemeine Kulturwissenschaft an der Universität Konstanz. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Historikerpreis (1998), dem Sigmund- Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa (2016) und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (mit Aleida Assmann, 2018).

Das "Zeitalter des Glaubens" begann mit der Emanzipation der Religion vom Staat um 500 v. Chr. im frühen Judentum und begann zu verblassen mit der Emanzipation des Staates von der Religion im 18. und 19. Jahrhundert. Diese Geschichte behandelt der Vortrag aus dem Gesichtspunkt der Ägyptologie, die es mit einer Kultur zu tun hat, die dem Zeitalter des Glaubens vorausging und deren Wiederentdeckung seit der Renaissance zum Ende dieses Zeitalters beiträgt.

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Plätze frei vhs.wissen live: Grausamkeit, Gottesfurcht und Verzweiflung (C11205)

Mi. 21.04.2021 19:30 - 21:00 Uhr
Dozentin: Prof. Stollberg-Rilinger

Friedrich Wilhelm I. von Preußen, der "Soldatenkönig“" (1688-1740), traumatisierte seinen Sohn, verprügelte seine Töchter, demütigte seine Beamten, verabscheute die Gelehrten, verachtete den Adel, verspottete die Frauen, war legendär geizig und detailversessen, rauchte, trank, fluchte und tobte, hielt aber peinlich auf Sauberkeit, Drill und strengste Frömmigkeit. Mit seinem bizarren Verhalten desavouierte er sämtliche Normen und Werte seiner Zeit. Im preußisch-deutschen Nationalmythos des 19. und 20. Jahrhunderts gilt er dagegen, für manche noch heute, als "Erzieher des deutschen Volkes zum Preußentum". Im Vortrag wird zwei Fragen nachgegangen: erstens, wie die Betroffenen damals mit dem Tyrannen umgingen, und zweitens, wie der extreme Deutungswandel zu erklären ist

Prof. Stollberg-Rilinger ist Historikerin und Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Sie ist vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

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Plätze frei Christentum und Wissenschaft: Die katholische Kirche und die Moderne (C13010)

Mo. 15.03.2021 19:00 - 20:30 Uhr
Dozent: Peter Leifeld

Der Schwund christlichen Glaubensgutes in der Moderne liegt nicht unwesentlich daran, dass die katholische Kirche sich über ein Jahrhundert der modernen, naturwissenschaftlichen Weltwahrnehmung verschloss. Die Päpste verboten zwischen ca. 1850 und 1957 (Pius IX. bis Pius XII.) im sogenannten Antimodernismusstreit ihren Theologen die notwendige theologische und geistig-religiöse Durchdringung der naturwissenschaftlichen neuen Weltsicht und Erkenntnisse.
Die offizielle Kirche blieb im mittelalterlichen, klerikal-herrschaftlichen Denken der (Neu-)Scholastik verhaftet.
Die tonangebenden Kreise der Kirche versteiften sich auf die Weltsicht der Bibel, wie sie von der frühen Kirche bis zur Hochscholastik mit Akribie entwickelt wurde. Die grundlegenden Erkenntnisse von Nikolaus Kopernikus (1473-1543), Galileo Galilei (1564-1642), Johannes Kepler (1571-1630) galten daher eher als vom Teufel eingeflüstert, so dass sich die Inquisition darum kümmern musste. Immanuel Kants (+ 1804) "Kritik der reinen Vernunft" begründete dann, dass zwischen den naturwissenschaftlichen, philosophischen und theologischen Denkhorizonten und den damit jeweils verbundenen Kompetenzen zu unterscheiden ist. Und als Charles Darwin (1809-1882) um 1850 entdeckte, dass die Evolution eine dominierende Rolle spielt, war die Gesprächsbereitschaft auf null gesunken. Innerkirchliche Denker wie der "Vater der modernen katholischen Kirchengeschichtsschreibung" Alfred Firmin Loisy (1857-1940) oder der geachtete Paläontologe und Jesuit Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955) wurden entweder exkommuniziert oder mit Lehr- und Publikationsverbot auf Lebenszeit belegt.
Eine vorherige Anmeldung bis spätestens 24 Stunden vor Veranstaltungsbeginn ist erforderlich.
Die Teilnehmergebühr ist an der Abendkasse zu entrichten.

Anmeldung möglich vhs.wissen live: Von Glanz und Elend des aufrechten Ganges (C13200)

Do. 17.06.2021 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Kurt Bayertz

Was macht den Menschen zum Menschen? Was erhebt ihn - im wahrsten Sinne des Wortes - über alle anderen Lebewesen? Eine gängige Antwort lautet seit der Antike "der aufrechte Gang". In dem Vortrag wird die Denkfigur des "aufrechten Ganges" vorgestellt, die seit der Antike die Geistesgeschichte geprägt hat. Die Körperhaltung bestimmt stark das menschliche Selbstbild und findet in der Politik bis heute ihren Ausdruck im "aufrechten" Menschen als Metapher und Symbol für ein würdiges Leben.

Kurt Bayertz ist emeritierter Professor für Praktische Philosophie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sein Buch »Der aufrechte Gang. Eine Geschichte des anthropologischen Denkens« wurde 2013 mit dem Tractatus-Preis für philosophische Essayistik ausgezeichnet.

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