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Kurs abgeschlossen Hochbegabung und Identifikation von Hochbegabung (D15055)

Mi. 30.03.2022 18:30 - 20:45 Uhr
Dozentin: Irmtrud Jurke

Besonders begabte und hochbegabte Kinder zeigen häufig ein auffälliges Verhalten. Das Gefühl anders und damit falsch zu sein, ist vermutlich eine Ursache für dieses Verhalten. Die außergewöhnliche Sensibilität der Kinder erfordert eine hohe Beziehungsfähigkeit der Eltern und pädagogischen Begleiter.
Man identifiziert und misst außergewöhnliche Intelligenz durch äußere Faktoren wie zum Beispiel Leistung und Erfolg. Manchmal werden persönliche Beobachtungen mit einbezogen. Manchmal wird ein Kind formal mit standardisierten Tests getestet oder es werden Fragebogen oder Portfolios erstellt, die die Gedanken oder Projekte der Kinder dokumentieren.
Wenn man Hochbegabung definiert und misst, verfügt man über Bewertungsskalen. Begabung bekommt Namen wie IQ, Erfolg, Leistung, Noten, Talent.
Es ist jedoch wichtig daran zu erinnern, dass besondere Begabung und Hochbegabung vor allem in Kindheit und Jugend eine interne Realität sind, ein sozialer und mentaler Prozess, der außerhalb der Norm läuft.
Die Phänomenologie der Hochbegabung allerdings existiert losgelöst davon. Jenseits des Erfolgs bleibt die innere Abweichung von der Norm ein Leben lang bestehen.
Oft werden die intellektuellen Ergebnisse besonders begabter oder hochbegabter Kinder gewürdigt, während ihre Charakterzüge und emotionalen Bedürfnisse und Fähigkeiten unerkannt bleiben oder gar abgelehnt werden. Dies kann zu aggressiven Verhalten oder innerem Rückzug führen.
Natürlich haben begabte Kinder kindliche Bedürfnissen, sie wollen spielen, angenommen und geliebt werden, so wie sie sind, und das Leben erobern. Aber sie sind auch zweifellos anders.
Besonders begabte und hochbegabte Kinder zu integrieren heißt, ihnen die Chance zu geben, sich in ihrem natürlichen Umfeld als Kinder unter den anderen Kindern wohl zu fühlen. Voraussetzung ist auf beiden Seiten die Bereitschaft den anderen so anzunehmen wie er ist.
Die Gerechtigkeit einer Begabungsförderung liegt in der Chancengleichheit und der Gleichwertigkeit und nicht in der Gleichmacherei der Kinder.