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Programm / Programm / Mensch und Gesellschaft / Geschichte
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Plätze frei "Es wird wieder gestorben werden müssen" - Lektürekurs (D11260)

Mi. 02.02.2022 (19:30 - 21:00 Uhr) - So. 22.05.2022
Dozent: Dr. Franz Jungbluth

Bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in der westlichen Wissenschaft Debatten über den Wert menschlichen Lebens und eine mögliche "Auslese" wertvoller Gene geführt und dabei auch Zwangssterilisation oder die passive Tötung durch unterlassene Behandlung bestimmter Krankheitsbilder diskutiert. Nach dem Kriegsausbruch 1939 wurden in Deutschland und den von Deutschland besetzten Gebieten über 70.000 Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen als "erbkrank" und "lebensunwert" systematisch ermordet. Die Bezeichnung als "Euthanasie" (griechisch "gutes Sterben") ist einerseits eine nicht hinnehmbare Verharmlosung, andererseits als Zusammenfassung aller organisierten Tötungsaktionen gebräuchlich.
Anhand zeitgenössischer Quellen geht der Kurs der Entwicklung von eugenischen Tendenzen in der Wissenschaft der 1920er Jahre zu deren schrecklichen Umsetzung in die Praxis nach und beleuchtet die Folgen der "Euthanasie"-Morde für die Stellung der westdeutschen Psychiatrien in der Nachkriegszeit. Besondere Berücksichtigung finden Quellen mit Bezug zur damaligen Provinzialheilanstalt Gütersloh. Deren Gründungsdirektor Hermann Simon gehörte im Kaiserreich und der Weimarer Republik einerseits zu den fortschrittlichen Reformern der Anstaltspsychiatrie, vertrat andererseits in Aufsätzen und Vorträgen eugenisch-darwinistisches Gedankengut.
Die Veranstaltung findet 14tägig mittwochs statt und beinhaltet einen Rundgang über das Gelände des heutigen LWL-Klinikums Gütersloh an einem Sonntagnachmittag (22.5.2022).
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